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Akteure & Partner | 03.06.2021

Gut für das Kleinklima: Region fördert Modellprojekt „Grünfassaden“

Landeshauptstadt Hannover lässt Machbarkeitsstudie erarbeiten

Hannover. Begrünte Fassaden helfen in der Stadt die sommerliche Hitze abzusenken, binden Feinstaub und bringen zudem die Natur zurück in die Stadt. Schnell und vergleichsweise unkompliziert geht dies mit Pflanztrögen und passenden Kletterpflanzen. Beispiel Wien: In der österreichischen Hauptstadt läuft dazu das Forschungsprojekt „50 Grüne Häuser“ mit einer patenten Lösung namens „BeRTA“ - "Begrünung – Rankhilfe – Trog – Alles-in-einem". Mit einer Machbarkeitsstudie will die Landeshauptstadt Hannover prüfen, ob ein derartiges Projekt auf hiesige Verhältnisse übertragbar ist. Die Region Hannover beteiligt sich mit 10.000 Euro nach der „Richtlinie Kommunale Klimafolgenanpassung“ an den Kosten.

„BeRTA“ bietet alles, was es für eine Begrünung von Fassaden braucht: Einen stabilen Pflanztrog mit Lebensraum für die Wurzeln, zur jeweiligen Hauswand passende Pflanzen und gegebenenfalls auch eine Rankhilfe. Ob derartig flexibel einsetzbare Module auch in Hannover als „natürliche Klimaanlagen“ einsetzbar sind, soll nun die Machbarkeitsstudie zeigen. Untersucht werden Technik, Wirksamkeit und Umsetzbarkeit verschiedener Lösungen sowie ob Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich Drittmittel in Anspruch genommen werden können.

Sommerlich hohe Lufttemperatur birgt für Mensch und Umwelt ein hohes Schädigungspotenzial. Der Klimawandel führt nachweislich vermehrt zu extremer Hitze am Tag und in der Nacht, wodurch sich die gesundheitlichen Risiken für bestimmte Personengruppen erhöhen können. Mehr Platz für Verdunstung, mehr Vegetation - zum Beispiel die Begrünung der Hausdächer -, mehr Bäume, Grün- und Wasserflächen könnten die extreme Hitzebelastung in einer Stadt effizient vermindern.

Für Rike Arff, Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover, „tragen Fassadenbegrünungen zu einer höheren Wohnqualität bei. Sie sorgen im Sommer für ein positives Mikroklima, indem sie die Umgebungstemperatur kühler halten. Zudem schaffen sie attraktivere Aufenthaltsräume und bringen dank der Bepflanzung Natur und Tier zurück in die Stadt.“ Ulrich Prote, Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover, ergänzt: „In den hitzebelasteten Bestandsquartieren ist die Fassadenbegrünung eine wirkungsvolle und leicht umzusetzende Anpassungsmaßnahme, die besonders dort Grün in die Stadt bringen kann, wo aufgrund von Leitungen im Untergrund das Pflanzen neuer Bäume nicht möglich ist“.

Richtlinie Kommunale Klimafolgenanpassung

Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen nach Starkregen, vom Sturm umgeknickte Bäume auf der Fahrbahn, ausgetrocknete Grünflächen durch Hitze: Der Klimawandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Extreme Wetterlagen treten häufiger auf. Sie gefährden nicht nur Mensch und Gesundheit, sondern auch die örtliche Infrastruktur. Mit der „Richtlinie über die Förderung von kommunalen Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Region Hannover“ unterstützt die Region Hannover ihre Städte und Gemeinden dabei, Anpassungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

Bezuschusst werden sowohl die Erstellung kommunaler Konzepte als auch die Umsetzung von Maßnahmen. Ziel ist, sogenannte blaue und grüne Infrastruktur zu schaffen, zum Beispiel Retentionsräume für Niederschlagswasser zu planen, bei Neupflanzungen neue Pflanz- und Bewässerungssysteme zu berücksichtigen oder Bebauung so zu gestalten, dass Hitzeinseln verschwinden.

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