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Bauen & Modernisieren | 10.06.2021

Beratung jetzt auch zu Wärmepumpen

Eignungs-Check ergänzt Angebote zur Optimierung und Erneuerung von Heiztechnik

Wärmepumpen-Check im Garten von Familie Appel in Großburgwedel: v.l.: Dr. Georg K. Schuchardt, Sebastian Schmidt, Malte Schubert, Christiane Dietrich und Uli Appel. Foto: Mirko Bartels

Wer beim Heizen auf klimafreundliche Heizungstechnik umsteigen möchte, sollte sich über eine Wärmepumpenheizung informieren. Wärmepumpen gewinnen rund drei Viertel der Wärme aus der Umwelt. Die gängigsten Wärmequellen sind dabei die Umgebungsluft, das Erdreich oder das Grundwasser. Um diese Umweltwärme nutzen zu können wird lediglich ein kleiner Anteil an Strom für den Antrieb der Wärmepumpe benötigt. Ob und welche Form für das eigene Haus in Frage kommt, wird im Eignungs-Check Wärmepumpe vor Ort ermittelt. Dieses neue unabhängige Beratungsangebot, das die Klimaschutzagentur Region Hannover in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen anbietet, richtet sich an private Hauseigentümerinnen und -eigentümer mit älteren Heizungsanlagen.

„Wer einen Heizungstausch plant und ausdrückliches Interesse an einer Wärmepumpe hat, kann diese Beratung im Wert von 250 Euro, bei Zahlung eines Eigenanteils von 30 Euro, anfragen,“ erklärt Christiane Dietrich, Programmleiterin bei der Klimaschutzagentur.

Als einer der ersten hat Uli Appel, Jugendpfleger in Großburgwedel und Vorstand der TSG, das neue Beratungsangebot getestet. Sein Holzhaus, Baujahr 1999, hat derzeit eine Gasheizung. Mittelfristig möchte er aber auf einen klimafreundlichen Energieträger umrüsten. Eine Wärmepumpe ist für ihn dabei eine Möglichkeit. Wärmepumpen entziehen je nach Typ der Umgebungsluft, der Erde oder dem Grundwasser die darin gebundene Energie, die dann in den Heizkreislauf abgeben wird. Da das Grundstück sehr groß ist, käme laut Energieberater Sebastian Schmidt für Familie Appel außer einer Luft-Wärmepumpe auch eine Erd-Wärmepumpe in Frage. Diese ist zwar teurer, aber auch effizienter. Für den Austausch der bestehenden Gasheizung gegen eine Wärmepumpe können zudem Fördermittel (Investitionszuschuss von 35 Prozent) beantragt werden. Außerdem weist der Energieberater darauf hin, dass das nach Süden ausgerichtete Dach des Hauses von Familie Appel optimal für eine Solarstromanlage geeignet ist. So könnte der für eine Wärmepumpe benötigte Strom vom eigenen Dach kommen.

Dr. Georg K. Schuchardt, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, macht deutlich: „Der CO2-Ausstoß von Wärmepumpen ist bereits heute um bis ca. 50 Prozent geringer als bei Gas- und Ölheizungen. Tendenz steigend, da der Strom ja schnell immer mehr aus Erneuerbaren kommt. Für 2030 gehen wir davon aus, dass der CO2-Vorteil gegenüber fossilen Heizungen auf über 75 Prozent steigt. Außerdem können Wärmepumpen nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen genutzt werden.“ Malte Schubert, Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel, freut sich, dass Hausbesitzende in Burgwedel mit dem Eignungs-Check Wärmepumpe nun ein zusätzliches Beratungsangebot haben. Denn weiterhin werden in Kooperation mit der Verbraucherzentrale die Heizungsvisite zur Optimierung jüngerer Heizanlagen angeboten sowie der Eignungs-Check Heizung zur Vielzahl möglicher Heizungssysteme. „Auch wer keinen akuten Bedarf an einer neuen Heizungsanlage hat, sollte sich rechtzeitig kümmern und das passende Beratungsangebot auswählen,“ sagt Schubert. So sei man auch im Falle eines plötzlichen Ausfalls der Heizanlage vorbereitet und könne die Investition gut planen. Denn die CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe ist beschlossene Sache und wird sich absehbar auf die Heizkostenabrechnung auswirken. Dessen ist sich auch Uli Apel bewusst. Früher oder später muss eine klimafreundliche Alternative zu Gas und Öl her.

Die Klimaschutzagentur Region Hannover führt den Eignungs-Check-Wärmepumpe in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durch. Digitales Kontaktformular auf www.gutberatenstarten.de, alternativ über 0511 – 22 00 22 88.

Heizungsvisiten und Eignungs-Check Heizung sind Angebote in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Beratungen vor Ort fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit wird durch die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover organisiert und von der Region Hannover, der Avacon AG und dem enercity-Fonds proKlima gefördert.

Prinzip Wärmepumpe

Wärmepumpen arbeiten im Prinzip wie Kühlschränke, nur umgekehrt. Ein Kühlschrank entzieht den Lebensmitteln Wärme und gibt an seine Umgebung (z.B. die Küche) ab. Eine Wärmepumpe wiederum entzieht der Umwelt Wärme (kühlt diese) und leitet diese Wärme ins Haus. Genauer gesagt, wird einer natürlichen Wärmequelle (Luft, Wasser oder Erde) Wärme entzogen, um sie unter Zuführung von Strom für den Heizbetrieb und die Warmwasserbereitung zu nutzen.

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