Projektbeschreibung
Die Wärmeversorgung erfolgte bislang über zehn Gasetagenheizungen unterschiedlichen Alters, die sowohl Raumwärme als auch Warmwasser bereitstellten. Die Geräte waren in den Küchen installiert und auf zwei Schornsteinzüge verteilt.
Auslöser für die Modernisierung war der Wunsch nach Planungssicherheit sowie einer langfristig tragfähigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung. Da sich das Gebäude im Fernwärmesatzungsgebiet der Landeshauptstadt Hannover befindet, fiel die Entscheidung auf einen Anschluss an das Fernwärmenetz. Ziel war es zudem, den Gasanschluss vollständig stillzulegen, obwohl in neun der zehn Wohnungen Gas zum Kochen genutzt wurde.
Gebäudehülle
Das Gründerzeitgebäude befindet sich in einem insgesamt guten baulichen Zustand. Umfangreiche Modernisierungen der Gebäudehülle fanden bisher nicht statt. Die Fassade ist ungedämmt. In den vergangenen Jahren wurden die Fenster überwiegend durch 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ersetzt. Eine Wohneinheit verfügt über modernisierte Kastenfenster.
Aufstellort und Platzbedarf
Heizraum im Keller: Ca. 5 m² für die die Fernwärme-Kompaktstation, den Pufferspeicher und Ausdehnungsgefäße inklusive Arbeitsraum.
Wohnungen: Wohnungsstationen ersetzen die bisherigen Gasetagenheizungen.
Wärmeverteilung im Gebäude
Vom Heizraum im Keller führt ein sogenanntes Zwei-Leiter-System (Vor- und Rücklaufleitung) zu den Wohnungsstationen. Die Vorlauftemperatur beträgt im Auslegezustand maximal 70°C. Zur Leitungsverlegung wurden alte Schornsteinschächte genutzt. Die Heizungs- und Wasserleitungen in den Wohnungen können unverändert weitergenutzt werden. Auch ein Heizkörperaustausch musste nicht vorgenommen werden. Ergänzend wurde ein hydraulischer Abgleich durchgeführt und digitale Heizkörperventile installiert.
Anlagenkonzept
Infografik
Anlagenkennwerte
Zertifizierter Primärenergiefaktor (anzusetzen nach Gebäudeenergiegesetz): 0,25
Zertifizierter Emissionsfaktor Treibhausgase: 98,7 kg CO2,eq/MWh (Stand 11.04.2022)
Mit der Fernwärmelieferung hat sich der Ausstoß von Treibhausgasen um mehr als die Hälfte im Vergleich zu Gasetagenheizungen reduziert. Ab dem Jahr 2035 wird die gesamte Fernwärmeerzeugung zu 100 Prozent aus erneuerbaren und Abwärme-Quellen stammen.
Energiekennwerte
Investitionen und Fördermittel
Investition: Keine Angabe.
BAFA-Zuschuss der Bundesförderung effiziente Gebäude (2023), proKlima
Fotos: Janko Woltersmann (4x)