Projektbeschreibung
Die Eigentümer haben das Reihenmittelhaus 2023 erworben und kernsaniert. Das Gebäude umfasst drei Geschosse, einen Keller sowie einen teilweise ausgebauten Dachboden. Im Zuge der Sanierung wurde die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt. Zuvor war eine rund 20 Jahre alte Gasheizung in Betrieb. Heute übernimmt die Luft-Wärmepumpe im Vorgarten die Raumheizung und Warmwasserbereitung und die PV-Anlage auf dem Dach wandelt Solarstrahlung in elektrische Energie um. Alle Außenbauteile sind nun so gut gedämmt, dass die heutigen Wärmeschutzvorgaben für Neubauten um 15 Prozent unterschritten werden. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorgt die Innenräume mit Frischluft, die während der Heizperiode durch Abwärme vorgewärmt wird. Nach der Sanierung erreicht das Gebäude den KfW-Effizienzhaus-70-Standard.
Gebäudehülle
Die Gebäudehülle ist rundum sehr gut gedämmt: Die zwei-schaligen Außenwände erhielten eine Einblasdämmung und außenseitig ein 14 cm starkes Wärmedämmverbundsystem. Das Dach ist zwischen den Sparren mit Zellulose sowie unterseitig mit Mineralwolle gedämmt. Die Kellerdecke ist von unten mit 5 cm Mineralwolleplatten versehen. Zum Einsatz kamen großenteils umweltfreundliche Dämmstoffe mit Nachhaltigkeitszertifikat. Die neuen Fenster bestehen aus einem Kunststoffrahmen mit Drei-Scheiben-Verglasung.
Aufstellort und Platzbedarf
Die Monoblock-Wärmepumpe steht im Vorgarten zwischen dem Hauseingang und der Garagenauffahrt. Der Platzbedarf beträgt circa 1,5 m². Das Gerät ist durch eine Schallschutzhaube umhaust. Zusätzlich wurde ein neuer Heizungsraum im Keller mit circa 5 m² Grundfläche eingerichtet. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung befindet sich in der Garage im Untergeschoss.
Wärmeverteilung im Gebäude
Im Zuge der Sanierung wurden alle Leitungen im Gebäude erneuert, einschließlich der Leitungen für Trinkwasser, Heizung, Lüftung und Elektrik. Die Raumwärme wird über Vorlaufleitungen zu den neu installierten Fußbodenheizungen transportiert. Über die Rücklaufleitungen gelangt das abgekühlte Heizwasser wieder zur Wärmepumpe zurück. Die Auslegungsvorlauftemperatur beträgt 32 °C, die Rücklauftemperatur 26 °C. Das Gebäude besitzt eine Zirkulationsleitung, damit an den Entnahmestellen zügig warmes Wasser bereitsteht.
Anlagenkonzept
Im Zentrum des neuen Anlagenkonzepts steht die Luft-Wärmepumpe zur Erzeugung von Raumwärme und Trinkwarmwasser. Es handelt sich um ein Monoblocksystem mit einer Nennwärmeleistung von 8 kW. Die Anlage speist die erzeugte Wärme in eine Kombination aus Trinkwarmwasser- und Pufferspeicher ein. Das Speichervolumen des integrierten Pufferspeichers beträgt 100 Liter. Der Trinkwarmwasserspeicher hat ein Volumen von 270 Litern.
Die zentrale Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von 80 Prozent versorgt die Wohn- und Aufenthaltsräume mit Frischluft, während die verbrauchte Luft in Küche, WC und Bad entzogen wird.
Die Module der 13-kWp-PV-Anlage sind sowohl auf der Süd- als auch auf der Nordseite des Daches installiert. Ein 10-kWh-Batteriespeicher dient dazu, den Eigenstromanteil zu erhöhen. Zusätzlich installierten die Eigentümer eine Wallbox, um ihr Elektroauto zu laden.
Infografik
Anlagenkennwerte
Wärmepumpen-Jahresarbeitszahl Heizen: 4,0
Wärmepumpen-Jahresarbeitszahl Warmwasser: 2,7
(Rechenwerte)
Energiekennwerte
Wärmebedarf Gebäude*: ca. 15.000 kWh (Heizung, Warmwasser, Speicher-/Verteilaufwand)
Strombedarf Wärmepumpe*: ca. 4.300 kWh (Heizung, Warmwasser, Speicher-/Verteilaufwand)
* Rechenwert
Investitionen und Fördermittel
Investitionskosten: keine Angabe
Förderung KfW-Effizienzhaus 70 der Bundesförderung effiziente Gebäude (2023), proKlima
Fotos: Janko Woltersmann (3x)