Das umfasst die neue Förderung
Erstmals werden nicht nur Dämmmaßnahmen am Dach oder an der obersten Geschossdecke unterstützt, sondern auch die Installation der Photovoltaikanlage selbst sowie notwendige elektrische Modernisierungen. Für Wohngebäude sind Zuschüsse von bis zu 50.000 Euro möglich. Grundlage ist die Installation von PV‑Modulen über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinaus. Die förderfähige Fläche wird anhand der gesamten Dachfläche berechnet, wobei ein pauschaler Anteil für baulich nicht nutzbare Bereiche abgezogen wird. Für die darüber hinaus belegte Fläche können bis zu 90 Prozent der Kosten erstattet werden. Auch die Dämmung wird mit einem festen Betrag pro Quadratmeter oder einem hohen prozentualen Anteil der tatsächlichen Kosten gefördert. Beide Förderbestandteile sind miteinander verknüpft, sodass eine größere PV‑Belegung zu einer höheren Dämmförderung führt.
Für große Dächer auf Nichtwohngebäuden – etwa auf Schulen, Industriehallen oder Vereinsheimen – wurde die maximale Fördersumme auf 200.000 Euro erhöht. Ergänzend dazu bietet das Programm „DachVollToll“ von proKlima – Der Enercity-Fonds in der Landeshauptstadt Hannover sowie in Hemmingen, Seelze, Langenhagen, Laatzen und Ronnenberg einen zusätzlichen Zuschuss pro installiertem Kilowattpeak.
Darum lohnt sich PV für private Hausbesitzende
Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach senkt die laufenden Energiekosten spürbar, da jede selbst erzeugte Kilowattstunde den teureren Netzstrom ersetzt. Gleichzeitig reduziert sie den Verbrauch fossiler Energien und damit die eigenen CO₂‑Emissionen. Ein Batteriespeicher erhöht die Unabhängigkeit zusätzlich, weil er den tagsüber erzeugten Strom auch abends nutzbar macht. Er schafft zudem eine wichtige Grundlage für spätere technische Umstellungen im Haushalt, etwa für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto.
Besonders effizient wird die Nutzung einer PV‑Anlage, wenn sie mit einem Speicher und einem E‑Auto kombiniert wird. Das Fahrzeug kann in Zeiten hoher Stromproduktion als zusätzlicher Speicher dienen, wodurch sich der Eigenverbrauch erheblich steigern lässt. In Einfamilienhäusern kann der Anteil des selbst genutzten Solarstroms so von etwa einem Drittel auf bis zu siebzig Prozent steigen. Auch der Betrieb einer Wärmepumpe trägt dazu bei, den eigenen Solarstrom optimal zu nutzen und den Netzbezug weiter zu reduzieren.
Doch auch ohne E‑Auto oder Wärmepumpe rechnet sich eine Photovoltaikanlage in vielen Fällen. Die Amortisationszeit hängt von den Investitionskosten, dem eigenen Verbrauchsverhalten, der Einspeisevergütung und möglichen Fördermitteln ab. Grundsätzlich gilt: Je größer die Anlage, desto geringer sind die spezifischen Kosten pro installiertem Kilowattpeak, da viele Bauteile und Arbeitsschritte unabhängig von der Anlagengröße anfallen.
PV-Pflicht bei Dachsanierungen: Das bedeutet es für Sie
Mit der in der Niedersächsischen Bauordnung verankerten PV‑Pflicht gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung. Bei Dachsanierungen oder Erweiterungen ab fünfzig Quadratmetern muss seit 2025 mindestens die Hälfte der Fläche mit PV‑Modulen belegt werden. Die neue Dach‑Solar‑Richtlinie der Region Hannover unterstützt Hausbesitzende dabei, diese Vorgaben nicht nur zu erfüllen, sondern sinnvoll zu erweitern. Eine größere Anlage erhöht den Jahresertrag, schafft Spielraum für zukünftige technische Entwicklungen im Haushalt und trägt schneller zur Reduktion von Treibhausgas‑Emissionen bei.
Beratungsangebote in der Region Hannover
Für alle, die sich mit dem Gedanken an eine eigene PV‑Anlage beschäftigen, bietet die Region Hannover ein breites Spektrum an Unterstützung. Ein guter erster Schritt ist das Solarkataster: Es stellt für jedes Gebäude in der Region die Eignung der Dachflächen dar und ermöglicht mithilfe eines Ertragsrechners eine erste Einschätzung zu Leistung, Wirtschaftlichkeit und möglichen Kosten.
Wer einen niedrigschwelligen Einstieg sucht, kann an einem kostenlosen Online‑Vortrag der Klimaschutzagentur Region Hannover teilnehmen. In anschließenden Gruppenberatungen beantworten Energieberater:innen individuelle Fragen zu geplanten Projekten oder zu den Ergebnissen aus dem Solarkataster. Für Wohnungseigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften gibt es zudem spezielle Beratungsformate, die bei der Entwicklung geeigneter Betriebskonzepte für Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern unterstützen.
Fazit
Die neue Dach‑Solar‑Richtlinie schafft attraktive Rahmenbedingungen für den Ausbau der Solarenergie in der Region Hannover. Jetzt ist ein besonders guter Zeitpunkt, auch große Dächer energetisch zu nutzen und damit sowohl die Energiekosten als auch den CO₂‑Ausstoß nachhaltig zu senken.


