Gebäudedämmung, neue Fenster, eine Luft-Wärmepumpe, Photovoltaikanlage aufs Dach – es war ein Rundumpaket, das sich Familie Noltensmeier aus Wunstorf im Jahr 2018 vorgenommen hatte. Das Ziel war es, ihr Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren so umfassend zu modernisieren, dass schließlich ein KfW-Effizienzhaus 85 daraus werden würde. Der Plan ging auf: Seit 2021 prangt als besondere Auszeichnung für vorbildliche Bau- und Sanierungsprojekte die „Grüne Hausnummer“ (siehe Kasten) an ihrem Gebäude.
Um das Vorhaben gut vorbereitet anzugehen, hatte sich Familie Noltensmeier Unterstützung von einer Energieberaterin geholt. Der Verkauf einer Eigentumswohnung brachte das nötige Eigenkapital für die Modernisierung. Finanzielle Förderung kam aus verschiedenen Töpfen hinzu. Dann begannen zwei Sanierungsjahre voller Eigeneinsatz und auch einiger Strapazen. Doch die Motivation blieb während der ganzen Zeit hoch: „Wenn man eine Vision hat, macht Modernisieren Freude“, erzählt Arianna Costa-Noltensmeier. Final zahlten sich die Mühen der dreiköpfigen Familie aus: Unterm Strich sank ihr Endenergiebedarf von einst 150 auf 19 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Im Garten am Einfamilienhaus steht seither nicht nur ein Klettergerüst für die Tochter, sondern arbeitet auch, flüsterleise, eine Wärmepumpe. Sie hat die alte Ölheizung ersetzt und macht die Familie unabhängig von den Fossilen, also Gas und Öl. Kombiniert ist sie mit einer Fußbodenheizung und an einen 500-Liter-Pufferspeicher mit Frischwasserstation angeschlossen. Strom „erntet“ Familie Noltensmeier vom eigenen Hausdach und seit kurzem zusätzlich auch vom Garagendach. Die insgesamt 31 Solarmodule auf dem Hausdach haben eine Leistung von 9,6 Kilowatt Peak (kWp).
„Wir haben die höchste förderfähige Leistungszahl aufs Dach gebracht, um auch in Zukunft den Strombedarf möglichst hausgemacht, also unabhängig, abzudecken“, berichtet Christoph Noltensmeier. Ergänzt wird die Dachanlage inzwischen durch ein „Balkonkraftwerk” auf der Garage: vier Elemente mit zusammen etwa 1,7 kWp Leistung. „Auch diesen Strom verbrauchen wir selbst, unter anderem durch unsere beiden Elektroautos. Wir reduzieren unseren Grundbedarf also zielgerichtet weiter”, erläutert er. Der Familienvater überwacht die Stromproduktion mit einem sogenannten „Smart Meter”, also einem digitalen, intelligenten Stromzähler.
Bildquelle: ©Mirko Bartels


